Die Welthistorie ist ab jetzt endgültig Geschichte! Denn in "Hi-Hi-History! – Spartanisches Fernsehen von gestern" jagen die Scha...

TVLab 2013 (4): Hi-Hi-History!

Die Welthistorie ist ab jetzt endgültig Geschichte! Denn in "Hi-Hi-History! – Spartanisches Fernsehen von gestern" jagen die Schauspieler Lore Richter und Michael Gössler die Annalen der Menschheit durch den Schredder – und leimen sie aus den Fetzen irrwitziger Sketche zusammen, die uns die nüchterne Chronik leider vorenthalten hat. Statt in altbackenen Kostümen spielen Hannelore und Maximilian in "Hi-Hi-History – Spartanisches Fernsehen von gestern" gekonnt mit reduzierten Mitteln – und Hektoliter weise Herzblut! Wer will schon Prunk, wenn er auch Punk haben kann? Es wird Zeit, die fade Geschichte endgültig abzustauben! Und sie mit Vollkaracho auf Popkultur prallen zu lassen: Lore und Michael schicken Jesus in die Schönheitsklinik, Gandhi an den TV-Herd und den Rest der quietschbunten historischen Bagage in die Schwafelrunde zu Talkmaster Lanzelot. Nur einer hat bei "Hi-Hi-History! – Spartanisches Fernsehen von gestern" garantiert Hausverbot: Hitler!

Dass es letztes Jahr beim TVLab auch einen Zuschauerwettbewerb gab, war mir neu. Hi-Hi-History ist die Weiterentwicklung des Gewinnervideos und ist kurz zusammengefasst eine Art Switch mit historischen Figuren. Der Vorsatz "garantiert ohne Hitler" wird dabei nicht eingehalten, was ja auch nicht weiter tragisch ist. Das Doofe ist nur: Es zündete auch längst nicht jeder Gag.


Durch die schnell aufeinander folgenden Szenen lässt das Format stets Hoffnung, dass gleich wieder etwas Witziges kommen könnte, aber vielfach entpuppte sich diese als vergebens. Dabei kann ich mich durchaus an gute Pointen erinnern, gleich der Vorspann ist zum Beispiel durchaus unterhaltsam, auch so mancher Dialog saß hervorragend - aber zwischen den zu wenigen guten Szenen war einfach zu viel unlustiger Abstand.


Dennoch fand ich das Format, dem man ansah, dass es quasi ohne Budget produziert werden musste (was auch Witz-Grundlage war), irgendwie sympathisch. Vielleicht könnten man die guten Aspekte mit mehr senderseitiger Unterstützung ausweiten?

0 Kommentare: