Im Jahr 2006 besuchte ich ein Konzert der Band We Are Scientists. Als Vorgruppe hatte man drei junge Frauen eingeladen, deren zartes Wisp...

Sendeschluss: Au Revoir Simone - Crazy


Im Jahr 2006 besuchte ich ein Konzert der Band We Are Scientists. Als Vorgruppe hatte man drei junge Frauen eingeladen, deren zartes Wispern so gar nicht zur Hauptband passen wollte: Au Revoir Simone. Schlappe sieben Jahre später werde ich das Trio nächste Woche wiedersehen, dieses Mal in Wien. Wenn man von der aktuellen Single "Crazy" ausgeht, ist die Musik der drei Damen mittlerweile lauter und härter geworden. Ob sich das auch live bestätigt?

Beim Video an sich ist der Name Programm, aber es hat eine Handlung mit Anfang, Mitte und Ende, was ich bei Musikvideos stets schätze.

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Das Schweigen der Lämmer ist sicherlich einer der bekanntesten Filme, die es gibt. Diese Tatsache, verbunden mit dem Umstand, dass sich der...

Eine Leiche zum Dessert: "Hannibal" als Fernsehserie

Das Schweigen der Lämmer ist sicherlich einer der bekanntesten Filme, die es gibt. Diese Tatsache, verbunden mit dem Umstand, dass sich der Autor der Romanvorlage Thomas Harris für seine Hauptfigur Hannibal Lecter jede Menge Vorgeschichte ausgedacht hat, lässt die Idee eine Prequel-Fernsehserie recht interessant erscheinen.


Die Fernsehserie, die zur Abwechslung einmal nicht auf einem coolen Sender wie HBO oder Showtime, sondern bei der althergebrachten NBC läuft, spielt in der Zeit vor Harris’ ersten Lecter-Roman Red Dragon (mittlerweile wurde Hannibals Kindheit in einem letzten Roman, Hannibal Rising, verwurstet, aber das tut bislang nichts zur Sache). Das bedeutet, dass Hannibal noch als hochrespektierter Psychologe arbeitet und lange vor sich hin mordet, ohne dass es jemand auffällt.

Die eigentliche Hauptfigur der Serie ist aber nicht Hannibal Lecter (Mads Mikkelsen) sondern Will Graham (Hugh Dancy), der spätere Protagonist von Red Dragon, von dem der Zuschauer bereits weiß, dass er es ist, der Lecter irgendwann ins Gefängnis bringen wird. Graham ist in der Serie selbst Psychologe und arbeitet für das FBI als Profiler. Er besitzt die unheimliche Gabe, anhand von Tatorten die Motivation und den Charakter des Täters erschließen zu können. Diese Einfühlen in Psychopathen fordert seinen Tribut: Grahams eigene Psyche wird immer labiler.

Sein Vorgesetzter Jack Crawford (man kennt ihn aus dem Schweigen der Lämmer, allerdings sieht er in Hannibal aus wie Laurence Fishburne) sucht einen weiteren Psychologen, der Will Stabilität geben kann – und engagiert hierfür ausgerechnet Hannibal Lecter.


Die Serie lebt davon, dass der Zuschauer schon beim Namen Hannibal Lecter erschaudert und zudem auch - anders als die handelnden Figuren - genau über dessen Morde und Manipulationen informiert wird. In jeder Folge lädt Hannibal jemand zum Essen ein, stets sind die Gäste über das Aufgetischte begeistert, nur der Zuschauer kann sich aber sicher sein, dass die Fleischgerichte meistens aus Hannibals Opfern bestehen. Der arme Will Graham wird gleichzeitig in Hannibals keineswegs heilsamer Obhut immer kränker und kränker, dennoch schöpft niemand Verdacht, was aus Zuschauersicht häufig ans Unerträgliche grenzt.

Ein weiterer Reiz der Serie besteht im Aufgreifen von Details, die der Zuschauer bereits kannte. So wird Graham in seinen Träumen von einem Serienmörder namens Hobbs verfolgt, den er erschossen hatte – dieser Name wird ohne weitere Details in Red Dragon genannt. Ebenso taucht eine weitere Psychologin namens Bloom im Roman auf, in der Serie ist sie eine Nebenfigur. Der Journalist Freddie Lounds, der in Red Dragon vom Serienkiller „Tooth Fairy“ ermordet wird, ist in Hannibal noch lebendig – und eine Frau.


Andere Handlungselemente spiegeln Ereignisse, die der Zuschauer bereits aus den Filmen kennt: Jack Crawfords Gespräch mit einer jungen Studentin erinnert stark an sein erstes mit Clarice Starling im Schweigen der Lämmer, auch das "Baltimore State Hospital for the Criminally Insane" ist dem Zuschauer bereits wohlbekannt, und viele der dort stattfindenden Szenen kommen ihm vertraut vor, denn wer könnte je den unheimlichen Gang entlang der Schwerverbrecherzellen vergessen, der in Zukunft zu Lecters Zelle führen wird?

Die ständige Erinnerung an die bekannte Filmreihe wirft natürlich auch die Frage auf, inwieweit man sich als Zuschauer an einen Schauspieler in der Rolle des Hannibal Lecter gewöhnen kann, der weder Anthony Hopkins ist, noch einer jüngeren Version des Darstellers ähnelt. Mads Mikkelsen ist Däne und spricht in der Originalversion mit dem entsprechenden Akzent, was an und für sich in Ordnung ist, denn der Lecter der Buchversion stammt aus Europa – und ob Hopkins als Lecter sonderlich britisch klang, weiß ich ehrlich gesagt nicht.


Tatsächlich macht Mikkelsen seine Sache ganz großartig. Bei Wikipedia kann man lesen, er habe beim Casting erklärt, er wolle seinen Lecter nicht an Anthony Hopkins Vorbild ausrichten, sondern lieber eine Art Verkörperung des Teufels versuchen. Und so ist sein Lecter/Satan stets an allem interessiert und begeht unglaubliche Grausamkeiten, ohne dabei selbst emotional involviert zu sein – einfach, weil er eben faszinierend findet, was als nächstes passieren könnte. Er manipuliert, tötet, verzehrt, fälscht Beweise, dennoch wirkt all sein Tun auf den ersten Blick -  vielleicht wegen der Abwesenheit von Freude, Hass oder Wut - nicht sonderlich böse. Und so erscheint es auch als plausibel, dass Lecter allen anderen Figuren der Serie als absolut seriös und vertrauenswürdig erscheint.

Hannibal ist nichts für schwache Mägen, in beinahe jeder Folge sieht man, abgesehen von Lecters gruseligen Dinnereinladungen, die Opfer besonders grausamer Serienmörder, und die Tatsache, dass es Will Graham immer schlechter geht, er aber weiterhin Hannibal vertraut, nimmt den Zuschauer ebenfalls sehr mit. Ich habe viele Folgen beim Abendessen gesehen und würde diese Vorgehensweise nicht weiterempfehlen – da die Serie aber grundsätzlich sehr fesselnd ist, erwies es sich dennoch als schwierig, mit der nächsten Folge bis nach dem Essen zu warten.


Bryan Fuller, der Entwickler der Serie, hat übrigens erklärt, er wolle insgesamt sieben Staffeln machen, wobei die Handlung ab Staffel vier mit Red Dragon und dem Schweigen der Lämmer weitergehen würde. Ob es so weit kommt, ist ungewiss, aber eine zweite Staffel wird es definitiv geben.

In Deutschland läuft Hannibal ab dem 10. Oktober aus Sat 1.


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Vor zwei Jahren habe ich hier im Blog verschiedene Brotaufstriche der Marke "Feine Welt" von Rewe vorgestellt. Im einzelnen war...

Der große Brotaufstrich-Test: Pralinen Creme


Vor zwei Jahren habe ich hier im Blog verschiedene Brotaufstriche der Marke "Feine Welt" von Rewe vorgestellt. Im einzelnen waren das

Sanfte Pistazie
Spekulatius Glück
Karamell Zauber und
Cremige Erfüllung.


Nicht getestet habe ich damals zwei weitere Sorten, nämlich Kokosnuss und dunkle Schokolade. Mein Freund hat seitdem ein Abhängigkeitsproblem bezüglich des Spekulatius-Aufstrichs entwickelt und wartet jährlich ungeduldig darauf, dass die Sorte wieder erhältlich ist, es gibt sie nämlich nur in der Vorweihnachtszeit. Immerhin beginnt diese bezüglich Gebäck ja bereits im September.


Diesen Samstag entdeckte mein Freund also mit großer Begeisterung, dass die traurige, spekulatiusaufstrichlose Zeit nun endlich wieder vorbei war. Neben den heißersehnten hellbraunen Gläschen entdeckten wir aber noch etwas, nämlich die anscheinend neue Sorte Pralinen Creme. Die durfte dann ebenfalls mit in den Einkaufswagen und wurde beim Sonntagsfrühstück getestet.


Ihre Zutaten erinnern ein wenig an Nutella, der Geschmack ist aber anders. Die Haselnüsse sind deutlich zu erkennen. Insgesamt ein durchaus wohlschmeckender Aufstrich, der allerdings nicht ganz so gut bei mir ankam wie die Haselnusscreme von Rapunzel. Nachdem die "Feine Welt"-Website leider überhaupt nicht aktuell ist, muss ich einmal beobachten, ob es noch weitere neue Aufstrichkreationen gibt.

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Letzte Woche hatten Menschen im Raum Hessen/NRW die möglicherweise einmalige Chance auf einen CocoRosie-Hattrick: Nachdem die Schwestern ...

Umziehen, schminken, singen: CocoRosie im Kölner Gloria


Letzte Woche hatten Menschen im Raum Hessen/NRW die möglicherweise einmalige Chance auf einen CocoRosie-Hattrick: Nachdem die Schwestern Bianca und Sierra Casady zunächst an zwei Abenden im Frankfurter Mousonturm aufgespielt hatten, gastierten sie Tags drauf im Kölner Gloria. Ich allerdings bin mit einem einzigen CocoRosie-Konzert skurrilitätsmäßig bereits völlig ausgelastet und hatte das Duo auch erst im Mai auf der Bühne erlebt, und so begab ich mich nur auf Konzert Nummer 3 - in Köln hatte ich die beiden (nach Frankfurt, Wien und Mannheim) immerhin noch nicht gesehen.


Im Gloria war bei unsere Ankunft die Bühne bereits sichtbar auf CocoRosie vorbereitet: Neben Harfe, Keyboards und Flügel hatte man mitten auf der Bühne auch eine Schminkkommode mit Spiegel platziert, auf der einige seltsame Utensilien und ausgestopfte Vögel zu sehen waren. Außerdem lief quer durch den Bühnenraum eine Wäscheleine, an der einige Kleidungsstücke hingen. Keine Frage, wir waren beim richtigen Konzert.


Für die Betrachtung der Bühnendekoration blieb uns auch noch einiges an Zeit, denn CocoRosie ließen auf sich warten. Erst gegen viertel vor 9 (statt des auf den Tickets angegebenen Beginns um 20 Uhr) erklommen zunächst der asiatische Pianist/Keyboarder/Posaunist Tak(uya Nakamura) und der stets im Liveprogramm vorhandene Beatboxer Tez die Bühne. Es folgte zunächst nur Sierra, die wie gewohnt überschwänglich über die Bühne hopste und dann sogleich ihren Gesangspart zu "Child Bride" aufnahm. Erst als sie bereits sang, kam auch Bianca auf die Bühne, nahm traditionsgemäß keine Notiz vom Publikum und hing noch etwas mitgebrachte Wäsche auf. Dann begab auch sie sich ans Mikrophon.


Alle vier Musiker trugen zu diesem Zeitpunkt identische schwarzweiß gestreifte Kittel im Sträflingsstil und dazu irgendeine Form von Leucht-Makeup. Die Kittel fielen jedoch schon bald, und während uns Bianca im Laufe des Abends so gut wie jedes Kleidungsstück von der Wäscheleine vorführte (Korsage mit Rock und Zylinder, lange Männerunterhose mit Hosenträgern, Latzhose, Slogan-T-Shirts, Burka, Nachthemd), durchlief auch Sierra etliche Kostümwechsel (unter anderem sah man sie im Hochzeitskleid und Bauchfrei mit bunten Leggings und einem Unterrock, am beeindruckendsten war eine Art Gesichtsdiadem), aber das kennt man von den beiden ja bereits.


Neu war für uns dagegen, dass sich die Casady-Schwestern zwischendurch auch immer wieder an die Schminkkommode begaben, die also keine reine Bühnendekoration darstellte. Zuerst malten sie einander übertrieben große Lippen, dann wurden mit Zahnlack Gebisslücken kreiert und schließlich die Leuchtschminke immer großflächiger aufgetragen.


Nach sechs Songs vom aktuellen Album "Tales of a Grass Widow" folgte mit "Ana Lama" ein neues Lied, für dessen Vortrag Bianca zur Burka griff. Danach folgte der traditionelle Soloauftritt von Tez, dessen Leucht-Makeup in einem grünen Wimpernkranz bestand. Dass er um den Hals einen riesigen goldenen Zahn trug, wäre in einem anderen Kontext sicher ungewöhnlich, im Rahmen eines CocoRosie-Konzertes scheint es aber kaum erwähnenswert.


Nach diesem Intermezzo bauten CocoRosie auch ältere Songs ins Set ein ("Undertaker", "Grey Oceans", "K-Hole"), griff Bianca zur Pungi (bei "God has a Voice, She speaks to me"), trug Sierra einen Titel ("R.I.P. Burn Face") mit dem Rücken zum Publikum an der Schminkkommode vor und legten beide beim letzten Lied des Hauptteils seltsame, furchterregende Federmasken an ("We are on Fire").


Sierra wirkte wie immer fröhlich und aufgedreht und sparte nicht an theatralischen Gesten, sie sprach auch immerhin zweimal zum Publikum ("Dankeschön" und "Auf Wiedersehen"). Bianca vermittelte durch ihre Teilnahmslosigkeit ebenfalls wie immer den Eindruck, als gebe es für sie Schöneres als Liveauftritte, sie stellte aber mehrmals die Mitmusiker vor.


Um eine Zugabe musste das Publikum recht lange bitten, die beiden kehrten aber für "Werewolf" schließlich nochmals auf die Bühne zurück. Anschließend wurde wieder lange geklatscht und gejubelt, aber schließlich ging dann doch das Licht an, ohne dass man die Band noch einmal zu sehen bekommen hätte. Vielleicht war ja wegen des sehr späten Konzertbeginns eine weitere Zugabe nicht möglich. Auf der Setliste wäre mit "Turn Me On" noch eine weitere Zugabe vorgesehen gewesen, was möglicherweise dazu führte, dass man uns so lange klatschen ließ, ohne das internationale Signal für "Da kommt nichts mehr" (Licht und Konservenmusik an) einzusetzen.


Nach diesem etwas unbefriedigenden Ende erwähnte mein Freund auch noch, dass seine beiden Wünsche an den Abend - eine Live-Performance von "Terrible Angels" und eine Kostümvariante mit Geweih - leider nicht erfüllt worden seien. Er wird also wohl in absehbarer Zeit wieder ein CocoRosie-Konzert sehen wollen ...


Setliste:

Child Bride
End Of Time
Harmless Monster
Tears For Animals
After The Afterlife
Gravediggers
Ana Lama
- TEZ solo -
Villain
Far Away
Undertaker
Grey Oceans
God Has A Voice, She Speaks Through Me
Poison
R.I.P. Burn Face
Smokey Taboo
K-Hole
We Are On Fire

Werewolf

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Wie alt waren die Arctic Monkeys doch gleich, als sie mit "I bet you look good on the dancefloor" quasi aus dem Nichts auf Plat...

Sendeschluss: Arctic Monkeys - Why'd You Only Call Me When You're High?


Wie alt waren die Arctic Monkeys doch gleich, als sie mit "I bet you look good on the dancefloor" quasi aus dem Nichts auf Platz 1 der britischen Singlecharts schossen? 17? Jedenfalls hätte ich damals kein Geld darauf gewettet, dass man acht Jahre später noch von der Band sprechen würde, doch genau das ist der Fall.

Nun bereits länger erwachsen, veröffentlichte die Band kürzlich mit AM ihr bereits fünftes Album. Die dritte Single daraus, "Why'd You Only Call Me When You're High?" erreichte immerhin Platz 8. Das Video dazu zeigt, wie Sänger Alex Turner, nachdem er einem Mädchen namens Stephanie einige Textnachrichten geschickt und keine Antwort bekommen hat, halluzinierend durch London schlendert, wobei das Mädchen, das er unter anderem nackt als Beifahrerin auf einem Mofa sieht, wohl Stephanie ist. Dazwischen passiert aber noch einiges anderes Seltsames. Gruselig.

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Heute Abend um 20:15 Uhr beginnt der Sender VOX mit der Ausstrahlung der US-Serie Arrow - höchste Zeit also für mich, die ich einen Teil de...

Batman trägt grün: Die TV-Serie Arrow

Heute Abend um 20:15 Uhr beginnt der Sender VOX mit der Ausstrahlung der US-Serie Arrow - höchste Zeit also für mich, die ich einen Teil der ersten Staffel bereits kenne, ein paar Worte dazu zu schreiben!


Der Milliardärssohn und Playboy Oliver Queen aus der fiktiven US-Großstadt Starling City wurde fünf Jahre lang für tot gehalten, nachdem er gemeinsam mit seinem Vater in ein Schiffsunglück verwickelt war. Doch eines Tages wird er von der einsamen Insel, auf der er die ganze Zeit überlebt hat, gerettet und kehrt in sein luxuriöses Elternhaus zurück. Doch was ist mit dem verloren geglaubten Sohn während seiner Abwesenheit passiert?


Während Mutter und Schwester sich über ihren stark veränderten Sohn/Bruder nur wundern können, erfährt der Zuschauer relativ schnell etwas mehr: Oliver bekam nach dem Kentern der Yacht im Rettungsboot von seinem Vater eine Liste der Personen, die mit ihren Machenschaften Starling City zerstören - Oliver soll diese eliminieren. Auf der Insel, über die man per Rückblende nach und nach mehr erfährt, war Oliver keineswegs allein und bekam eine extrem harte und effektive Kampfausbildung, insbesondere im Bogenschießen - außerdem wurde er von mysteriösen Agenten gefoltert.

Zurück in Starling City führt Oliver nun ein Doppelleben: Nach außen hin gibt er sich so oberflächlich wie man ihn kannte und eröffnet seinen eigenen Nachtclub. Im Geheimen arbeitet er maskiert seine Liste von gesellschaftlich hochgestellten Verbrechern ab. Beides führt dazu, dass er immer wieder in Kontakt mit seiner idealistischen Exfreundin Laurel gerät, die als Anwältin ebenfalls versucht, Starling City zu einem gerechteren Ort zu machen. Oliver hatte Laurel mit ihrer Schwester betrogen und indirekt deren Tod verschuldet, indem er sie mit auf die schicksalhafte Schiffsreise nahm. Außerdem ist ihr Vater bei der Polizei und schon bald fieberhaft auf der Suche nach dem geheimnisvollen maskierten Bogenschützen.


Bei Tag oberflächlich und in den höchsten Kreisen verkehrend, bei Nacht einsam und auf der Jagd nach Gerechtigkeit - hatten wir das nicht schon einmal? Abgesehen von der anderen Vorgeschichte erinnert Arrow sehr stark an Batman und basiert wie dieser auf einer Comicvorlage. 

Mit diesem Wissen erklärt sich einiges, was ich nach dem Ansehen der ersten paar Folgen Arrow als unrealistisch bis absurd abtun wollte: Wie kann es sein, dass in einer Riesenstadt wie es Starling City sein soll, Laurels Vater als Polizist für jedes einzelne Verbrechen zuständig ist? Warum werden die Fälle, an denen Laurel arbeitet, so seltsam blutleer gezeigt: Wenn ein Firmenboss in großen Stil Umweltverbrechen begangen hat, kann deren Nachweisbarkeit doch nicht an einer einzigen Zeugenaussage hängen? Und mein Lieblingsproblem: Oliver trägt als Arrow zwecks Tarnung lediglich eine grüne Kapuze und schminkt seinen Augenbereich grün. Und diese Kapuze verrutscht niemals? Und niemand erkennt ihn so?


Wie gesagt, viele dieser Kritikpunkte wirken weit weniger gravierend, wenn man akzeptiert, dass man sich einen Comic ansieht, nichtsdestotrotz hatte Christopher Nolans Batman mehr Tiefe und veranlasste mich seltener zu Überlegungen hinsichtlich Glaubwürdigkeit. Hinzu kommt, dass für den Zuschauer Oliver Abarbeiten seiner "Böse Leute Liste" relativ schnell ermüdend wird, denn so gestalten sich die ersten Folgen arg repetitiv.

Allerdings bleibt die Hintergrundgeschichte spannend, denn so richtig weiß man nach sechs Folgen immer noch nicht, was genau Oliver auf der Insel erlebt hat, außerdem war seine Mutter anscheinend irgendwie in das Schiffsunglück involviert und weiß auch mehr über die Aktivitäten ihres Sohnes, als diesem klar ist. Schon um die Lösung dieser Rätsel zu erfahren, werde ich die erste Staffel also definitiv zu Ende sehen. Hinzu kommt, dass Oliver wegen einiger sich überschlagender Ereignisse in den späteren Folgen kaum dazu kam, sich mit seiner Liste zu beschäftigen. Hoffentlich bleibt das so ...

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Arcade Fire ist eine dieser Bands, die schon jeder gut fand, bevor sich ihre Musik endlich auch mir erschloss. Das neue Album soll am 29...

Sendeschluss: Arcade Fire - Reflektor



Arcade Fire ist eine dieser Bands, die schon jeder gut fand, bevor sich ihre Musik endlich auch mir erschloss. Das neue Album soll am 29. Oktober herauskommen, am 9. September erschien vorab die Single "Reflektor" (das Album heißt genauso). Kein geringerer als David Bowie steuert einige Zeilen des englisch-französischen Textes (man kommt schließlich aus Kanada) bei.

Das reguläre Video zur Single stammt von Anton Corbijn, ist dessen Stil entsprechend schwarzweiß und handelt von ... keine Ahnung, aber die Band trägt riesige Pappmascheeköpfe, außerdem läuft eine mit Spiegelstücken bedeckter Mann herum. Das Ganze ist durchaus unterhaltsam, aber wenn es eine Handlung gibt, habe ich sie nicht verstanden.

Zusätzlich kann man unter justareflektor.com aber auch sein eigenes Video zum Song mit-kreieren, denn eine interaktive Animation von Vincent Morisset ermöglicht es, verschiedene graphische Elemente per Maus zu steuern und baut zudem den Zuschauer selbst per Webcam in eine Szene ein.

Beiden Videos ist übrigens gemeinsam, dass darin Spiegelscherben vorkommen. Reflektor eben, alles klar?

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Schade, mit dem Grillen dürfte es für dieses Jahr nun wohl vorbei sein. Nachdem meinereine aber sowieso eher daheim mit der (Grill-) Pfanne ...

Fleischeslust: Wheaty Vegan Grill-Mix

Schade, mit dem Grillen dürfte es für dieses Jahr nun wohl vorbei sein. Nachdem meinereine aber sowieso eher daheim mit der (Grill-) Pfanne arbeitet, ist meine Barbecue-Saison relativ wetterunabhängig. Deshalb nutze ich den beginnenden Herbst, um schnell noch eine vegetarische, beziehungsweise sogar vegane Grillpfanne vorzustellen.


Ich hatte in diesem Blog bereits vor drei Jahren zwei Grillpfannen vorgestellt, und den Grillmix von Vegetaria gibt es hier seitdem regelmäßig. Der vegan Grill-Mix ist erst dieses Jahr auf den Markt gekommen und enthält anders als das Vegetaria-Produkt (300 Gramm) nur 200 Gramm Fleischersatz. Diese verteilen sich auf drei kleine Bratwürstchen, eine größere Chorizo-Wurst und ein klitzekleines Pfeffersteak. Das Gesamtpaket wäre sicher gut dafür geeignet, von einem Vegetarier oder Veganer zwecks Selbstversorgung zu einem Grillfest mitgenommen zu werden. Der Spaß kostet um die vier Euro und enthält - wie alle Wheaty-Produkte - als Hauptzutat Weizeneiweiß.


Wie machte sich der Grill-Mix nun auf dem Teller? Nach der völlig unkomplizierten Zubereitung in der Grillpfanne hatte ich vor dem Mini-Grillsteak ein wenig Angst, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dass es gut schmecken würde. War aber so. Tatsächlich waren alle drei Bestandteile der Grillpfanne ausgesprochen schmackhaft, und ich bin froh, nun eine Grillpfanne gefunden zu haben, die sich geschmacklich mit der von Vegetaria messen kann und noch dazu "bio" und vegan ist. Gut gemacht, Wheaty!

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Der Sendeschluss erscheint diese Woche einen Tag früher, denn heute ist ein wichtiges Datum: Der Cassette Store Day ! In den letzten Jahr...

Sendeschluss: The Vaccines - Melody Calling


Der Sendeschluss erscheint diese Woche einen Tag früher, denn heute ist ein wichtiges Datum: Der Cassette Store Day! In den letzten Jahren hatte ich im Zuge des Vinyl-Comebacks gelegentlich scherzhaft gefragt, wann denn endlich die gute alte Musikkassette zurückkehre, nun scheint es tatsächlich so weit zu sein, inklusive Sonderveröffentlichungen zum Ehrentag - der in Deutschland allerdings nicht gefeiert wird.

In Gent oder Paris aber könnte man sich (in je zwei Geschäften) heute beispielsweise eine Kassette der Flaming Lips oder von Los Campesinos! abholen - und dann möglicherweise daheim rätseln, wie man das Ding nun abspielt.

Das aktuelle Video der Vaccines hat mit dieser Problematik zwar nichts zu tun, dafür kommt darin eine Kassette vor, und auch sonst sieht alles ziemlich retro aus. Wenn auch in der Realität die Zeitspanne, in der es sowohl Handys als auch ernstgemeinte Walkmen gab, extrem kurz war.

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Das Empanadiso ist nach eigenen Angaben nicht nur Frankfurts, sondern auch Deutschlands einzige Empanadería. Das musste natürlich getestet ...

Frankfurt Vegetarisch (11): Empanadiso

Das Empanadiso ist nach eigenen Angaben nicht nur Frankfurts, sondern auch Deutschlands einzige Empanadería. Das musste natürlich getestet werden!

Empanadas sind gefüllte Brottaschen, die in Spanien und Südamerika beheimatet sind. Das Empanadiso bietet sie in zehn verschiedenen Sorten an, wobei es zwei verschiedene Kategorien namens "Clásica" und "Deluxe" gibt - was preislich einen Unterschied macht, denn eine Teigtasche kostet entweder 2,50 oder 3,50 Euro.


Für den vegetarischen Gast, um den es in dieser Reihe schließlich geht, werden drei "klassische" und zwei Luxustaschen angeboten, die letztgenannten sind sogar vegan. Bei den Geschmackrichtungen gibt es zum Beispiel Caprese, Spinat, Portobellopilz, Ratatouille ... es sollte also für jede Präferenz etwas dabei sein.

Für die Empanadas gibt es verschiedene Paketpreise, wie man es beispielsweise auch bei Donuts kennt, so kosten drei nach Wahl 6,90 Euro - wobei sich der Paketpreis nur auf das Standardsortiment bezieht und für jede Luxustasche dann zusätzlich 90 Cent berechnet werden. Mittags gibt es darüber hinaus noch ein "drei Empanadas plus Getränk"-Angebot für 7 Euro.

Wer lieber einen Salat essen möchte, bekommt auch diesen, meist auch mit Empanada-Beilage, außerdem gibt es einige Nachtische (zum Teil ebenfalls in Teigtaschenform) und die übliche Palette von modischen Soft Drinks (Fritz Cola, Club Mate und Konsorten).


Bei meinem Erstbesuch in dem sehr ansprechend gestalteten Lokal wollte ich es mit dem Mittagsmenü versuchen, wurde aber von der Dame an der Kasse zu meiner Überraschung darüber informiert, dass die Empanadas hierfür festgelegt seien. Das Menü umfasst demnach eine Teigtasche mit Rinderhack, eine mit Tomate-Mozzarella und eine mit vier Käsesorten.* Als ich anmerkte, dass ich Vegetarierin sei, bot man mir zumindest an, die Fleischtasche auszutauschen - gegen eine zusätzliche der beiden anderen Sorten. Ich wurde nicht einmal gefragt, welche Tasche ich lieber doppelt bekommen wollte.

Etwas verdattert wartete ich dann etwa zehn Minuten auf meine Bestellung, während kontinuierlich andere Gäste kamen und bestellten - der Laden läuft offensichtlich recht gut. Dann bekam ich meine Bestellung und ließ mich an einem der Außentische nieder. Die Teigtaschen - das Los hatte mir zwei Taschen der Vier-Käse-Variante zugedacht - aß ich einfach mit der Hand und stellte fest, dass die kleinen Dinger durchaus gut schmeckten. Ein bisschen musste ich an eine Mini-Calzone denken. Die Menge von drei Empanadas empfand ich als ausreichend, hätte aber ehrlich gesagt auch vier geschafft.


Fazit: Das Mittagsmenü erwies sich angesichts der vorgegebenen Taschen-Selektion als etwas enttäuschend, zumal ja gerade die Auswahl aus zehn beziehungsweise fünf verschiedenen Teigtaschen den Laden attraktiv macht. Das Essen an sich war aber gut. Vielleicht komme ich demnächst noch einnmal vorbei und speise "á la carte", denn die anderen erhältlichen vegetarischen Taschen klingen schon sehr interessant. Ich finde das Lokal allerdings auch eher hochpreisig, gerade auch, wenn das Mittagsmenü als Option wegfällt.

Das Empanadiso ist an der Mainzer Landstraße 112a.

* Übrigens: Eine Kollegin von mir besuchte das Empanadiso kurz vor mir und ein weiteres Mal einige Tage später, und bei ihr war die Empanada-Auswahl im Rahmen des Mittagsangebotes nicht eingeschränkt! Sehr seltsam ...

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Dieser Blog heißt nach einem Tomte-Lied und wurde am 21. September 2008 mit einem Tomte-Video eröffnet. Thees Uhlmann und "Neulich ...

Sendeschluss: Thees Uhlmann - Am 07. März


Dieser Blog heißt nach einem Tomte-Lied und wurde am 21. September 2008 mit einem Tomte-Video eröffnet. Thees Uhlmann und "Neulich als ich dachte" haben also durchaus eine gemeinsame Vergangenheit, auch wenn er hier seit dem Eröffnungsbeitrag lediglich in Konzertberichten erwähnt wurde.

Die Eröffnungssingle seines zweiten Soloalbums "#2" erinnert zwar melodisch stark an den Hit des ersten Albums "Zum Laichen und Sterben ziehen die Lachse den Fluss hinauf", immerhin bereitet aber das Video dazu viel Spaß: Thees wird darin zu eine Art Forrest Gump und taucht im Filmmaterial über diverse historische Ereignisse auf.

Der im Titel genannte 7. März ist der Geburtstag von Uhlmanns Mutter (und Rudi Dutschke), die anderen im Video wild durcheinander gemixten Ereignisse, wie etwa ein Tennismatch von Ivan Lendl oder die Premiere von "Dalli Dalli" mit Hans Rosenthal sollen ebenfalls an diesem Datum stattgefunden haben, ebenso sieht man Thees im Bett neben Divine und Szenen aus American Psycho.

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